Rad und Rudern bei Rückenschmerzen – Gut oder schädlich?


WIR IM SPORT 06.2025
Magazin des Landessportbundes NRW

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Radfahren und Rudern werden häufig in der Prävention und Rehabilitation von Wirbelsäulenbeschwerden eingesetzt. Gleichzeitig zeigen Studien, dass Leistungssportlerinnen und -sportler in beiden Sportarten vermehrt über Rückenschmerzenklagen. Wie kann das sein – und sind Radfahren und Rudern nun gut oder schädlich für den Rücken?

Gelenkschonend und effektiv

Beide Sportarten zeichnen sich durch kontrollierte und gleichmäßige Bewegungsabläufe aus. Die sitzende Position gilt insbesondere für die unteren Extremitäten als gelenkschonend. Durch die Beanspruchung großer Muskelgruppen über längere Zeit eignen sich Radfahren und Rudern auch hervorragend zum Herz-Kreislauf-Training, wobei Rudern durch die Vielzahl der beteiligten Muskeln noch intensiver wirkt.
Dass Leistungssportler häufiger Rückenbeschwerden entwickeln, wird beim Radfahren vor allem der stark nach vorn gebeugten Haltung und beim Rudern den hohen Belastungen bei der Kraftübertragung im Durchzug zugeschrieben. Entscheidend ist jedoch der enorme Trainingsumfang, der im Leistungssporterforderlich ist.

Technik und Belastung sind entscheidend

Ob sich Rudern oder Radfahren positiv oder negativ auf die Rückengesundheit auswirken, hängt daher insbesondere von der individuellen Belastbarkeit und der Trainingsintensität ab. Anfängerinnen und Anfänger
innen sollten es langsam angehen lassen. Beim Rudern ist das Erlernen einer guten, rückenschonenden Technik wichtig. Beim Radfahren sollte die Sitzposition nicht zu weit nach vorn geneigt sein, und eine gute Federung kann zusätzlich entlasten. Bei bekannten Vorerkrankungen wie einem Bandscheibenvorfall oder bei neu auftretenden Beschwerden sollte allerdings ärztlicher Rat eingeholt werden.

Bewegung stärkt Rücken und Wohlbefinden

In angemessenem Umfang und mit der richtigen Technik können Radfahren und Rudern dazu beitragen, Rückenschmerzen vorzubeugen oder zu lindern. Die Linderung der Beschwerden lässt sich dabei nicht nur durch die bessere Funktion von Wirbelsäule, Bandscheiben und Muskulatur erklären, sondern auch durch eine gesteigerte Stressresilienz und ein verbessertes Wohlbefinden insbesondere dann, wenn der Sport mit
Freude und ohne Druck ausgeübt wird.

Fazit:

Beide Sportarten gelten als gelenkschonend,fördern Ausdauerund Kraft und lassen sich meistbis ins hohe Alter ausüben – und das häufig in schöner Natur oder bei schlechtem Wetter auch mal auf einem Ergometer.

Stefan Krakor

Sporttherapeut
Bereich Trainingstherapie, Reha- und Gesundheitssport