Von der Schmerzforschung zur hoch spezialisierten Therapie
Die Schmerzmedizin an der Sportklinik Hellersen hat sich in mehr als vier Jahrzehnten aus wissenschaftlichen und konservativen Ansätzen zu einem hoch spezialisierten Zentrum für Patienten mit chronischen, komplexen und teilweise therapieresistenten Schmerzen entwickelt. Im Mittelpunkt stehen insbesondere Patienten mit therapieresistenten Schmerzen, komplexen Schmerzsyndromen und Tumorschmerzen.
Von der Schmerztherapie zum Zentrum für Spezielle Schmerzmedizin
Die Wurzeln der Schmerzmedizin an der Sportklinik Hellersen reichen bis in die frühen 1980er-Jahre zurück. 1981 untersuchte Prof. Dr. Ralph Spintge, welchen Einfluss Musik auf Angst, Stress und Schmerz haben kann. Aus dieser wissenschaftlichen Arbeit entwickelten sich zunehmend konservative und multimodale Behandlungskonzepte für Patienten mit akuten und chronischen Schmerzen.
Eine entscheidende Entwicklungsphase folgte 2019. Zum 1. November wechselte Chefarzt Dr. Wolfgang Welke mit seinem erfahrenen Team aus Letmathe nach Lüdenscheid. Damit wurde insbesondere die interventionelle Schmerzmedizin deutlich ausgebaut. Das Behandlungsspektrum erweiterte sich unter anderem um Neurostimulation, implantierbare Medikamentenpumpen und der gezielten Behandlung von Vernarbungen und Verklebungen im Wirbelkanal mittels Epiduroskopie.
2020 übernahm Dr. Wolfgang Welke zusätzlich die bereits etablierte multimodale Schmerztherapie und entwickelte sie weiter. Kennzeichnend für diesen Ansatz ist das Zusammenspiel verschiedener Fachrichtungen und Therapieformen: Medizinische und psychologische Behandlungsansätze greifen mit Physiotherapie sowie Kunst-, Musik-, Tanz-, Entspannungs- und Achtsamkeitstherapie ineinander. Ziel ist es, neben dem Schmerz selbst auch körperliche, psychische und soziale Faktoren in die Behandlung einzubeziehen.
Gerade die Verbindung von multimodaler und interventioneller Schmerzmedizin zeichnet das Zentrum heute aus. Unterschiedliche Verfahren können individuell miteinander kombiniert werden und so auch Patienten mit komplexen oder bislang therapieresistenten Schmerzen neue Behandlungsperspektiven eröffnen. Mehr als 1.000 Patienten werden jährlich behandelt, viele von ihnen kommen aus dem gesamten Bundesgebiet nach Lüdenscheid. Das Zentrum ist als Regionalzentrum der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin anerkannt. 2025 und 2026 zeichnete FOCUS Gesundheit Dr. Wolfgang Welke auf dem Gebiet „Chronische Schmerzen“ als TOP Mediziner aus.
Behandlungsschwerpunkte
Neurostimulation
Elektrische Impulse können die Weiterleitung und Verarbeitung von Schmerzsignalen beeinflussen. Zum Einsatz kommen unter anderem sogenannte Schmerzschrittmacher.
Medikamentenpumpen und intrathekale Therapie
Implantierbare Pumpensysteme ermöglichen die gezielte Abgabe von Wirkstoffen gezielt im Bereich des zentralen Nervensystems bei besonders starken und schwer behandelbaren Schmerzen. Eine besondere Therapieoption ist Ziconotid, ein hochpotenter Wirkstoff nach dem Vorbild eines Peptids aus dem Gift einer pazifischen Kegelschnecke. Bei schmerzhafter Spastik kommt die intrathekale Baclofentherapie zur Anwendung.
Epiduroskopie und interventionelle Schmerztherapie
Bei bestimmten Beschwerden, etwa nach Wirbelsäulenoperationen, können Vernarbungen oder Verklebungen im Wirbelkanal sichtbar gemacht und gezielt behandelt werden. Zum Spektrum gehören außerdem epidurale Katheterverfahren und weitere interventionelle Therapien.
Tumorschmerztherapie
Für Patienten mit komplexen Tumorschmerzen stehen spezialisierte medikamentöse, interventionelle und multimodale Behandlungsverfahren zur Verfügung.
Multimodale Schmerztherapie
Interdisziplinäre Behandlung chronischer Schmerzen mit medizinischen, psychologischen und therapeutischen Verfahren.
Zweifache medizinische Premiere
Als Regionalzentrum der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) verbindet das Zentrum für Spezielle Schmerzmedizin wissenschaftliche Erkenntnisse mit modernen Therapieverfahren. 2021 implantierte Dr. Wolfgang Welke an der Sportklinik Hellersen europaweit den ersten Schmerzstimulator einer neuen Generation. 2024 folgte die deutschlandweit erste Implantation einer voll implantierbaren Medikamentenpumpe der neuesten Generation.