Von der Spezialabteilung zum Zentrum für künstlichen Gelenkersatz

Die Endoprothetik an der Sportklinik Hellersen hat sich in mehr als 20 Jahren von einem auf Hüfte und Knie konzentrierten Spezialbereich zu einem hoch spezialisierten Zentrum für künstlichen Gelenkersatz an Schulter, Ellenbogen, Sprunggelenk sowie Hand- und Fingergelenken entwickelt. Der Anspruch ist überall derselbe: Ein künstliches Gelenk wird dann eingesetzt, wenn gelenkerhaltende Möglichkeiten ausgeschöpft sind und sich dadurch Beweglichkeit und Lebensqualität nachhaltig verbessern lassen.
 

Spezialisierung auf künstlichen Gelenkersatz

Zu Beginn der 2000er-Jahre war der künstliche Gelenkersatz noch kein eigenständiger Schwerpunkt der Sportklinik Hellersen. Hüft- und Knieprothesen wurden damals in mehreren operativen Abteilungen implantiert. Das änderte sich 2004: Unter Dr. Joachim Hagenah entstand eine eigene Spezialabteilung für Endoprothetik. Knie- und Hüftprothesen wurden fortan in einem spezialisierten Fachbereich gebündelt, gleichzeitig wurde das Behandlungsspektrum um komplexe Wechseloperationen erweitert.

Endoprothetische Expertise über verschiedene Gelenkregionen hinweg
Parallel wuchs auch die Expertise anderer Fachbereiche beim künstlichen Gelenkersatz. Heute werden an der Sportklinik jährlich rund 950 Endoprothesen eingesetzt oder gewechselt, überwiegend an Knie und Hüfte.  Einen wichtigen Anteil haben dabei auch komplexe Prothesenwechsel. Darüber hinaus gehören auch künstliche Schulter-, Ellenbogen-, Sprunggelenk-, Hand- und Fingergelenke zum Behandlungsspektrum. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Endoprothetik zu einem leistungsstarken Zentrum. Die Zahl der Eingriffe stieg kontinuierlich an. 2024 wurde schließlich die 15.000. Gelenkprothese seit Beginn der spezialisierten Endoprothetik implantiert.

Ein weiterer Entwicklungsschritt war der Aufbau des Robotik-Zentrums. Zur Eröffnung besuchte auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann die Sportklinik Hellersen und überzeugte sich vor Ort von der neuen Technologie. Das VELYS™ Robotic-Assisted Solution System unterstützt den Operateur bei der präzisen und patientenspezifischen Ausrichtung von Knieprothesen. Die medizinische Entscheidung und die Kontrolle über den Eingriff bleiben jederzeit beim Operateur. Zum 1. Mai 2025 übernahm Dr. Stefan Schmidl die Leitung des Zentrums für künstlichen Gelenkersatz von Dr. Joachim Hagenah (links) und führt damit die mehr als 20-jährige Entwicklung des Fachbereichs fort. Neben der Robotik setzt er auf moderne Fast-Track-Konzepte mit optimierten Behandlungsabläufen und einer frühen Mobilisation nach dem Eingriff.

Behandlungsschwerpunkte 

  • Knie und Hüfte
    Primär- und Wechselendoprothetik, Teil- und Vollprothesen, komplexe Revisionsoperationen sowie roboterassistierte Knie-Endoprothetik.
     

  • Schulter und Ellenbogen
    Anatomische und inverse Schulterprothesen, Wechseloperationen sowie Ellenbogen- und Radiusköpfchenprothesen.
     

  • Hand und Finger
    Künstlicher Gelenkersatz an Hand- und Fingergelenken, unter anderem bei Arthrose oder rheumatischen Veränderungen.
     

  • Fuß- und Sprunggelenk
    Endoprothetik des oberen Sprunggelenks bei fortgeschrittenem Gelenkverschleiß.

Robotik wird Teil der Knie-Endoprothetik

Mit der Eröffnung des Robotik-Zentrum und der Einführung des dem VELYS™ Robotic-Assisted Solution Systems wurde die roboterassistierte Knie-Endoprothetik an der Sportklinik Hellersen etabliert. Das System erfasst die individuelle Anatomie während der Operation und unterstützt den Operateur bei einer präzisen, patientenspezifischen Ausrichtung der Knieprothese. Die Kontrolle über den Eingriff verbleibt jederzeit beim Operateur. Bis 2026 wurden bereits rund 600 Eingriffe roboterassistiert durchgeführt, darunter Ende 2025 eine Live-Operation für den 77. Jahreskongress der Egyptian Orthopaedic Association in Kairo.