MRE-Zertifizierung im Kampf gegen multiresistente Krankenhauskeime

Schätzungen zufolge kommt es in Deutschland jährlich zu 400.000 bis 600.000 Infektionen im Zusammenhang mit medizinischen Behandlungen. Die meisten dieser Infektionen (rund 94%) werden durch Antibiotika-empfindliche Bakterien, die oft aus der Patienten-eigenen Flora stammen, verursacht.
Bei den übrigen 6% handelt es sich jedoch um Antibiotika-resistente Bakterien, den sogenannten multiresistenten Erregern (MRE). Diese erschweren und verlängern nicht nur die Behandlung und die Genesung der Patienten, sie führen oftmals auch zu besonderen Hygiene-Schutzmaßnahmen. Krankenhäuser, und besonders Akut-Krankenhäuser, gelten hierbei als besonders risikobehaftet, da hier zunehmend ältere und oftmals schwer und mehrfacherkrankte Patientinnen und Patienten behandelt werden.

Zum Schutz der Bevölkerung des Märkischen Kreises vor Infektionen mit MRE wurde 2006 das „MRE-net MK“ ins Leben gerufen. Durch stetigen Austausch von Wissen und enge Zusammenarbeit aller Akteure im Gesundheitswesen soll dieses Netzwerk der Verbesserung und Umsetzung von Präventionsmaßnahmen dienen.

Im Dezember wurden erneut elf Krankenhäuser und 27 Senioreneinrichtungen im Märkischen Kreis von Landrat Thomas Gemke mit der MRE-Zertifizierungsurkunde ausgezeichnet – darunter auch die Sportklinik Hellersen, die die Re-Zertifizierung erfolgreich bestanden hat.

Alle Einrichtungen, die an der Zertifizierung teilgenommen haben, wurden von Mitarbeitern des Fachdienstes Gesundheitsschutz und Umweltmedizin eingehend geprüft. Hierzu musste die Hygienefachkraft der Sportklinik, Frau Ingelore-Gester-Büdenbender, aufwändig nachweisen, dass alle möglichen Anstrengungen unternommen werden, die Verbreitung von MRE zu vermeiden. „Für einen Patienten, der sich einer medizinischen Behandlung unterzieht, ist es wichtig zu wissen, ob er MRSA-Bakterien in sich trägt“, erklärt Frau Gester-Büdenbender.
Sollte es nach einer Operation zu einer Infektion mit MRSA Erregern kommen, ist die Behandlung häufig schwieriger, da nur noch spezielle Antibiotika eingesetzt werden können.

Die Sportklinik Hellersen hat als orthopädische Fachklinik gegenüber Akut-Krankenhäusern, in denen viele schwerkranke Menschen behandelt werden, einen klaren Standortvorteil. Bei der Voruntersuchung wird bei jedem Patienten ein sogenanntes risikoadaptiertes Screening durchgeführt. Sollten Risiken einer MRSA Besiedlung vorliegen, wird ein Nasen- Rachenabstrich bei den Patienten vorgenommen. Fällt der Test positiv aus, bekommen die Patienten eine Anleitung zur sogenannten Sanierung, die sie ca. 5 Tage befolgen müssen. Danach erfolgt ein neuer Test, der dann in der Regel negativ ausfällt. Erst wenn das sichergestellt ist, wird der Patient in der Sportklinik Hellersen aufgenommen. „Durch diesen aufwändigeren Ablauf, können wir unsere Patienten schützen“, sagt Frau Gester-Büdenbender, „und der Erfolg gibt uns recht: im vergangenen Jahr konnten wir keine Infektionen durch MRSA bei uns in der Sportklinik feststellen“.



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